Mittwoch, 20. Oktober 2010

Zitrone des Nordens - auch im Ruhrgebiet!

Vor 3 Jahren hatte mir meine Mutter aus einem Urlaub in Holland Sanddorn zum Liköransetzen mitgebracht. Der daraus entstandene Likör war sooo lecker, zitronig säuerlich und fruchtig, dass er schon kurz nach der Reifezeit ausgetrunken war :-)
Leider waren unsere Urlaube in Holland seitdem immer zum falschen Zeitpunkt, so dass es mit Sanddorn-Nachschub schlecht aussah...
Durch Zufall habe ich vor einigen Wochen auf einer jetzt begrünten Bergehalde hier im Ruhrgebiet einige Sanddornsträucher entdeckt, von denen ich nun einige Zweigspitzen abgeschnitten habe.
Wegen seines hohen Vitamingehaltes wird der Sanddorn auch Zitrone des Nordens genannt und wurde deswegen in der DDR und auch heute noch in Frankreich und China in Kulturen angebaut.

Damit sich die Beeren überhaupt ohne zu zerquetschen von den Zweigen lösen lassen, friert man die Zweige ein und verabeitet sie in gefrorenem Zustand weiter. Sehr schön sieht man auf diesem Bild den Reif, der sich wegen der warmen Umgebungstemperatur auf den noch gefrorenen Beeren niederschlägt.

Beim Lösen der Beeren von den Zweigen muss man flott und vor allem vorsichtig arbeiten!
Flott, weil die Beeren natürlich ziemlich schnell auftauen und dann matschig werden und vorsichtig, weil ziemlich viele, spitze Dornen an den Zweigen sitzen, an denen man sich trotz aller Vorsicht immer wieder mal sticht.

Wenn alle Beeren von den Zweigen gefriemelt sind, wasche ich sie in 2 - 3 Durchgängen in kaltem Wasser. Dadurch werden Schmutzpartikel ausgespült und man kann auch die Blätter einfach von der Wasseroberfläche absammeln.
Anschließend fülle ich die abgetropften Beeren in Flaschen oder Gläser mit Schraubdeckel und gieße mit Wodka auf. Ich befülle die Gefäße immer ungefähr zu einem Drittel mit Beeren und stelle sie anschließend mindestens 3 Monate zum Durchziehen in den Keller, geschüttelt werden sie zwischendurch im Vorbeigehen...
Wenn der Wodka nach ungefähr 3 Monaten den Geschmack des Sanddorns angenommen hat, wird abgeseiht. Anschließend gebe ich zu der Wodkalösung Kandiszucker (3 - 4 cm der Gefäßhöhe) und schüttele die Flasche wieder alle paar Tage. Nach ungefähr 1 - 2 Wochen ist der Kandiszucker dann aufgelöst und es kann probiert werden. Falls der Aufgesetzte noch nicht süß genug ist, einfach noch etwas Kandiszucker zugeben oder im umgekehrten Fall mit ungesüßtem Ansatz entsüßen. Prost!!!

15 Törtchen:

Vivian hat gesagt…

Sanddorn kenne ich vom Ostseeurlaub. Den gibt es in so vielen Varianten und schmeckt sehr gut und Gesund!
Na und so ein Likörchen ist auch mal was leckeres.
Kann man so einen Sanddornstrauch auch im heimischen Garten pflanzen?

It´s my Life hat gesagt…

Sanddorn kenne ich auch vom Ostseeurlaub.
Aber über die Verarbeitung habe ich noch nichts weiter gehört, sehr interessant mit dem einfrieren und so, das wusste ich nicht.
Das Likörchen bestimmt sehr lecker.

LG Irene

Anonym hat gesagt…

Ich komm dich dann mal Ende Dez./Anf. Januar besuchen. So auf einen Schluck ;-)

Meine Oma hat immer Johannisbeeren mit Doppelkorn aufgesetzt! Typisch für unsere Region.

lg,
Katrin

Anonym hat gesagt…

Als ich noch in Kasachstan gelebt hatte, waren wir auch die Sanddornbeeren pflücken. Entweder zogen wir es mit bloßen Händen vom Zweiganfang (am Stamm) zu Spitzen. Dabei waren die Beeren sogar nicht immer zerdrückt. Oder einzelne Beeren gepflückt.
Dann haben wir das ganze mit Blättern gewaschen und entsaftet.
So hatten wir im Winter den Saft mit viel Vitamin C gehabt und oben hat sich auch so ein bisschen schäumiges Zeug gesammelt, das auch gut bei z.B. Verbrennungen war.
Liköre und Weine hat mein Tante gemacht, aber damals durfte ich es noch nicht trinken :-)

goodgirl hat gesagt…

Vielen Dank für dein Likörrezept! Sanddorn hab ich hier im Süden noch nicht gesehen, aber meine Tante macht das immer mit Schlehen. Auch sehr lecker! :)

Monika hat gesagt…

@Vivian
Hm, lt. Wikipedia wächst Sanddorn auf nährstoffreichem Boden, der ist im Garten ja vorhanden...
Allerdings bildet Sanddorn wohl unterirdische Ausläufer und neigt zum Wuchern, deswegen wird eine Rhizomsperre empfohlen!

@Katrin und Goodgirl
Liköre mache ich auch von anderen Fruchtsorten :-)
Angefangen habe ich vor 25 Jahren mit Schlehen, seitdem habe ich schon mit Quitten, Brombeeren, Apfelsinen, Holunderblüten, Walnüssen und verschiedenen anderen Geschmacksgebern rumexperimentiert...

Grenadine hat gesagt…

So sieht also die Rotweinfraktion aus.... ;-) Walnüsse hört sich interessant an, habe erst letzte Woche zwei Körbe geerntet und habe auch noch welche im Keller vom letztem Jahr (wollte ich in nächster Zeit verbacken).

lg,
Katrin

Andreas hat gesagt…

Der DDR Zitronenersatz hat in den letzten Jahren wieder rasant an Popularität gewonnen. Übrigens sehr gut recherchiert... gefrieren ist wirklich die beste und auch die übliche Methode der Ernte. Danke.

Monika hat gesagt…

@ Katrin
Alles nur für die Gesundheit! Schlehen, Sanddorn, Walnüsse: man tut was man kann :-)))

@Andreas
Danke schön!

Nellichen hat gesagt…

Mensch, diese saftige Farbe springt mich ja schon fast an, sooo lecker schaut das aus! Mein letzter Sanddorn war ein Früchtetee aber ein Likör würde das Geschmacksvergnügen mit Sicherheit toppen! So, der Heißhunger auf Sanddorn ist geweckt aber wo finde ich jetzt den wilden Sanddorn-Strauch am Waldesrand? :-D Bitte um eine Wegbeschreibung, hihi!
LG
Nelli

Karin hat gesagt…

Zuerst verführst du uns zum Backen und jetzt zum Trinken.... na du bist mir eine *lol*!!

Deine Beschreibung macht mich ja sehr sehr neugierig, wo bekomme ich jetzt blos Sanddorn her?

anyu hat gesagt…

Hallo Monika,

lecker so ein Likörchen:-)Setz ich auch jedes Jahr an und wenn mir keine Früchte zur Verfügung stehen, kauf ich mir im Reformhaus ungesüßten Saft, damit wird er genauso lecker.

lg anyu

Conny hat gesagt…

Hmmm, das klingt ja oberlecker. Vom Urlaub in Ostfriesland kenne ich Kandis in Rum mit Sanddorn.
Allein schon vom stöbern auf deinem blog habe ich bestimmt mindstens ein Pfund mehr auf den Hüften ;-)

LG Conny

Monika hat gesagt…

Na, ihr könnt sicher sein, dass ich meine Quelle hier im Ruhrgebiet geheim halte ;-)

@anyu
Mit Sanddornsaft wird der Likör aber trüb wie der Saft, oder? Wenn man den Likör so wie beschrieben macht, wird er ganz klar mit einem leichten Orangeton.

@Conny
ALLES muss ich zum Glück nicht selber essen :-)

Anonym hat gesagt…

Anja
Sanddornsaft mit Rapshonig 1zu1 mischen - lecker und gesund!

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